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Die Festhandlung - Historisches Spektakel am Samstagabend
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Wenn am
Samstagabend die Grundschüler - begleitet vom Jugendfanfarenzug,
der kleinen Garde und dem Spielmannszug der Bürgergarde - mit
ihren Lampions vom Fürstengarten zum Rathaus ziehen, vorbei an
den mit Lichtern geschmückten Giebeln auf dem Marktplatz, wird
eine der Hauptattraktionen des Kinderfestes eingeläutet: die
Festhandlung.
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Lampionumzug
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Festhandlung, Auswanderer
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Seit deren Neugestaltung im Jahr 1998 wird in
Form einer szenischen Spielhandlung die Geschichte des Stifters
des Kinderfestes erzählt - vornehmlich für die Kinder.
Der 1847 in Hechingen als Friedrich Wüst geborene und 1872
nach Amerika ausgewanderte Fred West kam in der Neuen Welt zu Ansehen
und Wohlstand. Leider blieb er von Schicksalsschlägen nicht
verschont. Er verlor sein einziges Kind Irma im Alter von 24 Jahren
und kurz darauf auch seine Frau Lisette. Fred West vermachte seiner
Heimatstadt nach seinem Tode 1930 eine beachtliche Summe Geldes,
um alljährlich zur Erinnerung an seine Tochter ein Fest für
Kinder aller Stände und Religionen zu veranstalten.
In eindrucksvollen Bildern werden Szenen des
Ursprungs des Kinderfests erzählt: die Auswanderung von Fred
West, seine Hochzeit, die Geburt seiner Tochter Irma, der Tod seiner
Tochter und seiner Ehefrau, das Abfassen des Testaments und die
Realisierung des Kinderfestgedankens in der Heimatstadt.
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Da die Erstklässler alljährlich symbolisch
in die Irma-West-Gemeinschaft aufgenommen werden, indem ihnen ein
Gebildbrot in der Form eines Gansfußes überreicht wird,
erschien es sinnvoll, auch die Hintergründe zum Gansfuß
zu erläutern. Dies geschieht, indem die Sage vom Gansfuß
in die Geschichte der Auswanderer eingeflochten wird. Die Figuren
der Bäckerin und des Kindes verbinden beide Themenkreise miteinander,
die Figur des Herolds führt durch das Geschehen und erläutert
die einzelnen Szenen.
Es wird mit akustischen und optischen Effekten
gearbeitet und auf überraschende Elemente gesetzt. Wenn hunderte
weißer Luftballone, die die Gänseschar symbolisieren,
zur Musik von Per Gint in den dunklen Nachthimmel entschweben, kann
sich niemand der tiefen Wirkung dieser Szene entziehen. Es ist ein
ergreifender Augenblick, wenn die Fassade des Rathauses in Schwarz
gehüllt wird, weil vom Tode der Tochter und der Ehefrau berichtet
wird und das Kind mit der Bäckerin die einsame und düstere
Bühne betritt, um ein Gedicht von Hermann Hesse vorzutragen.
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Festhandlung, weiße Luftballons gen Himmel
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Festhandlung, singende Kinder
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Wenn der Schaffner mit eindruckvoller Stimme
die Zugverbindungen herausbrüllt und dabei mit seiner Glocke
bimmelt, wenn der Matrose die Namen der Passagiere zur Überfahrt
nach Amerika verliest, während die Auswanderer die Gangway
zum ersten Stock des Rathauses emporsteigen, wenn dann die Schiffssirene
ertönt, während die Auswanderer zu den offenen Fenstern
des Rathauses mit ihren Taschentüchern hinauswinken und das
Lied Oh Hechingen du traute" anstimmen - dann wird das
Rathaus zum Schiff.
Auf der Bühne vor dem Rathaus werden die
Szenen, die in Hechingen spielen, aufgeführt. Im Ratssaal des
Rathauses finden die Szenen in der neuen Welt statt, wenn Fred West
heiratet, oder sein Testament verfasst. Um die Handlung auch den
Zuschauern nahezubringen, die keine Plätze in den vorderen
Reihen bekommen, wurde 1999 erstmals die Festhandlung über
eine Großleinwand übertragen. Modernste Technik ermöglicht
die akkustische Wiedergabe über den gesamten Marktplatz bis
zur Stiftskirche.
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Am Ende der Vorführung werden die Gansfüße"
an die Erstklässler verteilt, während ein Kinderchor das
Lied Wir wünschen, dass jedes Kind / auf der Welt lachen
kann" anstimmt, gefolgt von dem mit den Zuschauern gemeinsam
gesungenen Hohenzollernlied". Das Erscheinen eines Nachtwächters,
der die zehnte Stunde ausruft, bildet den Abschluss der Festhandlung.
Zentral ist das Anliegen, mit diesem Theaterstück
zum Thema Aus- und Einwanderung hinzuführen. Zu Zeiten Fred
Wests war Deutschland ein Auswanderungsland. Deutsche zog es ins
Ausland, weil sie sich dort Arbeit und Brot erhofften. Heute ist
Deutschland ein Einwanderungsland. Menschen kommen aus unterschiedlichsten
Ländern, um hier Arbeit und Brot zu finden, aber auch um vor
Verfolgung sicher zu sein. So ist das Thema immer noch für
uns aktuell. Wenn es darum geht, unser Land heute als Einwanderungsland
zu begreifen, sollten wir nicht vergessen, wie Menschen aus Deutschland
aus wirtschaftlichen Gründen ausgewandert sind - zum Teil in
Gebiete aus denen heute wieder Menschen zuwandern.
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Festhandlung, Zuschauer
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Wieder da: der Nachtwächter
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